Artikel-Informationen
erstellt am:
10.10.2007
zuletzt aktualisiert am:
16.03.2010
Pressemitteilung Nr. 120/2007
Hannover. Gartenbesitzer sollten das gefallene Herbstlaub möglichst unter Büschen, Hecken und Bäumen liegen lassen, rät die Sprecherin des Niedersächsischen Umweltministeriums. Auch eignet sich das Herbstlaub gut für die Kompostierung.
Zersetztes Laub trägt wesentlich zu einer natürlichen Boden- und Humusbildung bei und ist eine lebensnotwendige Nahrungsgrundlage für Bodentiere. Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln, Fliegenmaden und Milben übernehmen die Grobarbeit, sie zerkleinern das Laub und sorgen für die Humusbildung. Pilze und Bakterien zersetzen dann in Feinarbeit die Blattreste. Nährstoffe, die sich in den Blättern befinden werden freigesetzt und stehen den Pflanzen erneut zur Verfügung. Der natürliche Kreislauf ist damit geschlossen.
Im Winterhalbjahr ist Laubstreu vor allem für Drosseln, Meisen, Rotkehlchen und Heckenbraunelle, aber auch für winteraktive Käfer oder am Boden lebende Kleinstspinnen eine wichtige Lebensgrundlage. Igel, Kröten und zahlreiche Insekten suchen hier Schutz vor Frost, Wind und Austrocknung. Die meisten Schmetterlinge verbringen den Winter als Raupen in der Laubstreu, viele Käfer - zum Beispiel die nützlichen Marien- und Laufkäfer - wandern im Herbst von Rasen und Beeten in diese "Winterlager" ein.
Schließlich schützt das Laub auch den Gartenboden vor Austrocknung und rascher Abkühlung, der Regen kann den Boden nicht verschlämmen. Er bleibt locker und wird – mit Laubstreu abgedeckt – auch weniger leicht abgetragen. Manche eher unliebsame Wildkräuter werden unterdrückt, während schattenverträgliche Frühblüher wie Schneeglöckchen oder Buschwindröschen von der schützenden Laubschicht profitieren. Die Beseitigung des Laubes aus Gehölzflächen erhöht nicht nur beträchtlich den Pflegeaufwand, sondern beeinträchtigt auch das Wachstum der Gehölze. Es gibt also viele gute Gründe, warum das Herbstlaub in der Natur liegen bleiben solllte.
Überall jedoch kann das Herbstlaub nicht liegen gelassen werden, denn Rasen erstickt unter einer geschlossenen Laubschicht und asphaltierte Flächen eignen sich schlecht für den natürlichen Abbau. Das Laub ergibt eine ausgezeichnete Komposterde. Am besten wird es, wenn grobe Gartenabfälle, Häcksel oder Küchenabfälle untergemischt werden, dies fördert eine gute Durchlüftung und die Rotte. Das Zerkleinern der Blätter mit einem Rasenmäher oder einem Häcksler beschleunigt ebenfalls den Abbau. Fällt hingegen viel langsam abbaubares Laub an (Hartlaubbäume wie Buche, Eiche, Kastanie, Walnuss oder auch Platane, Pappel und Nadelstreu); sollte eine separate Miete angelegt werden. Das Laub von Eichen, Pappeln und Platanen gibt viel Gerbsäure ab. Kalkhaltige Gesteinsmehle neutralisieren diese Säuren und beschleunigen dadurch den Abbau, ebenso die Zugabe von Küchenabfällen oder Rasenschnitt.
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10.10.2007
zuletzt aktualisiert am:
16.03.2010