Artikel-Informationen
erstellt am:
27.08.2007
zuletzt aktualisiert am:
16.03.2010
Pressemitteilung 100/2007
HANNOVER. Das Niedersächsische Umweltministerium stellt für die Restaurierung und Sanierung von 16 Seen von 2007 bis 2009 insge-samt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, diese Seen durch geeignete Maßnahmen in einen stabilen Zustand zurück zu führen und die Gewässergüte nachhaltig zu verbessern. "Gleichzeitig werden die Seen damit auch wieder attraktiver für alle Menschen, die dort Erho-lung suchen", erklärte Umweltminister Hans-Heinrich Sander heute (Montag) in Hannover.
Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung durch das Umweltministerium ist es, mit geeigneten Maßnahmen einer erneuten Ver-schlammung und Eutrophierung (Belastung durch den Eintrag von Nährstoffen, wie Phosphor und Stickstoffverbindungen in das Gewässer) möglichst über mehrere Jahrzehnte entgegen zu wirken.
"Seen sind wertvoll und belebend in der niedersächsischen Kulturland-schaft", betonte Sander. "Sie sind Anziehungspunkt für alle Menschen, die Erholung suchen und gleichzeitig sind sie Lebensraum für zahlrei-che gefährdete Tier- und Pflanzenarten." Die Seen unterliegen jedoch auch Belastungen, viele Seen in Niedersachsen sind wegen hoher Nährstoffzufuhr in hohem Maße verschlammt. Um dauerhaft eine Ver-besserung der Wasserqualität zu erreichen, sind in der Regel Maßnahmen im Einzugsgebiet wie auch im Gewässer selbst erforderlich.
Folgende Gewässer werden restauriert und saniert:
Langholter Meer (Landkreis Leer)
Das Langholter Meer ist von großer Bedeutung in seiner Funktion als Rückhaltepolder zur Beherrschung von Hochwasserereignissen im Leda-Jümme-Raum und ebenso als Gebiet für die Naherholung.
Die Größe der freien Wasserfläche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von ursprünglich 120 Hektar auf 30 Hektar verringert. Massive Eutrophierung mit nachfolgenden Sauerstoffproblemen führte wiederholt zu erheblichem Fischsterben. Mit der Sanierung wird noch in diesem Jahr begonnen, 2009 wird die Maßnahme voraussichtlich abgeschlossen sein.
Sternberger Teich (Landkreis Helmstedt)
Der Sternberger Teich in Helmstedt wurde Ende der sechziger Jahre durch Anstau des innerstädtischen Fließgewässers angelegt, er hat eine enorme Bedeutung als innerstädtischer Badesee.
Zusätzlich zur Verschlammung deuten Wasseranalysen auf Eutrophierung mit Massenentwicklung von toxischen Blaualgen hin, was zusätzlich zu einer hohen Faulschlammproduktion führt.
Husumer Teiche (Landkreis Northeim)
Die naturschutzfachlich und kulturhistorisch bedeutsamen Husumer Teiche liegen im Naturschutzgebiet "Husumer Tal". Durch die Sanierung soll das Problem der Eutrophierung gelöst und die Faulgasbildung im Sommer verhindert werden.
Klusteich (Landkreis Göttingen)
Der Klusteich ist wesentlicher Anziehungspunkt eines stark frequentierten Erholungsgebietes. Durch die geplanten Maßnahmen soll die ökologische Wertigkeit des Teiches wieder hergestellt werden.
Grundmühlenteich (Landkreis Holzminden)
Der Grundmühlenteich ist Eigentum der Stiftung Braunschweiger Kul-turbesitz und wurde vom Forstamt Neuhaus als geschütztes Biotop ausgewiesen.
Durch Verschlammung droht das Gewässer zu verlanden. Die geringe Wassertiefe begünstigt den Eutrophierungsprozess und die dadurch entstehende Rückdüngungswirkung des Sedimentes infolge von Sau-erstoffmangel.
Geplant in 2008:
Wollingster See (Landkreis Cuxhaven)
Der See ist einer der letzten natürlichen Seen in Niedersachsen und steht deshalb seit ca. 80 Jahren unter Naturschutz und beherbergt hochgradig gefährdete Pflanzengesellschaften.
Die Verschlammung und Eutrophierung des Gewässers ist fortgeschritten. Zur Klärung der Nachhaltigkeit der geplanten Maßnahme sind noch einige Untersuchungen notwendig.
Alveser See, Hilgermisser Kolk und Magelsener Kolk (Landkreis Nienburg)
Die drei Stillgewässer liegen in der "Hilgermisser Marsch". Der Alveser See als größtes Gewässer ist ein beliebtes Freizeitgewässer mit überregionaler Bedeutung. Alle Gewässer sind prägend für die anliegenden Ortschaften und stellen Identifizierungspunkte in der jeweiligen Dorfgemeinschaft dar.
Durch die Verschlammung der Gewässer ist die Verlandung fortschreitend.
Pfahlteich und Waldteich (Landkreis Goslar)
Beide Teiche sind denkmalgeschützt und sind äußerst bedeutsam für heimische Amphibien sowie für die Naherholung der Bevölkerung. Die Verschlammung der Teiche ist stark fortgeschritten, Eutrophierung und sommerliches Fischsterben sind die Folge.
Geplant in 2009:
Schafsteich und Niemandsteich (Landkreis Helmstedt)
Beide Teiche sind bedeutsam für heimische Amphibien und sind bedeutsam für die Naherholung der Bevölkerung. Die Verschlammung hat zu fortschreitender Verlandung geführt. Die Wiederherstellung der Mönche (Ablassbauwerke) sind erforderlich, um den Verlandungsprozess zu stoppen.
Neuer Teich (Landkreis Osterode)
Das Gewässer ist durch seine idyllische Lage und seiner kulturhistori-schen Bedeutung seit je her ein beliebtes Wanderziel für Kurgäste und Urlauber der Region. Für die umliegenden Ortschaften gehört der Tou-rismus zu den Haupterwerbsquellen und liefert einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der touristischen Arbeitsplätze in einer strukturschwa-chen Region.
Durch Verschlammung droht der Teich zu verlanden.
Walkenrieder Klosterteiche,; Brunsteich, Andreasteich (LK Osterode)
Die Umsetzung der geplanten Entschlammung ist insbesondere aus kulturhistorischen Gründen erforderlich, dient aber zugleich dem Erhalt der Artenvielfalt.
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erstellt am:
27.08.2007
zuletzt aktualisiert am:
16.03.2010